Fact Sheet
Einleitung
"Ich schiebe meine Fotos schnell in die Cloud" oder "Die Firma 'KaufDirWas' verlagert ihre Infrastruktur in die Cloud". Das sind Aussagen, die du sicher auch schon so oder ähnlich gehört hast.
"Die Cloud": Was sich wie ein unkonkreter Ort anhört, in welchem du oder Firmen sicher und unabhängig Daten und Informationen speichern können, ist eine sehr ungenaue Umschreibung für eine äusserst wichtige Technologie, welche dich ganz direkt betrifft.
Was kannst du mit "Der Cloud"
Wenn du mit einem elektronischen Gerät über ein Netzwerk, zum Beispiel das Internet, mit "Der Cloud" verbunden bist, dann kannst du:
Speichern:
Dateien, Fotos, Musik, Videos
Bearbeiten:
Dokumente, Filme, Fotos
Kommunizieren und Nutzen:
Mailserver, Videokonferenzen, Bürosoftware, Navigationsapps, Social-Media Plattformen und vieles mehr
Was ist "Die Cloud"
Wichtig:
Es gibt nicht "Die Eine Cloud", sondern verschiedenste Dienstleistungen, die man als Cloud-Dienste bezeichnen kann.
Sehr wichtig:
Was man als "Die Cloud" bezeichnet, sind ganz konkret elektronische Rechner, vom riesigen Rechenzentrum bis zum eigenen Minirechner, der mit dem Internet verbunden ist. Aber eben: Rechner beziehungsweise Computer!
Noch wichtiger:
Diese Rechner gehören jemandem, nämlich Firmen, Organisationen oder Einzelpersonen.
Äusserst wichtig:
Nicht du hast die Kontrolle darüber, wer deine Daten sehen, verwenden oder weitergeben kann, sondern die Personen oder Firmen, welche die Funktionen der Rechner kontrollieren können.
Kannst du dir denken, weshalb es ausserordentlich wichtig ist, wer die Kontrolle über die Rechner mit deinen Daten hat? Schau weiter unten nach.
Beispiele bekannter und weniger bekannter Cloud-Dienste
Diese Dienste gehören grossen Firmen. Sie sind Closed Source. Du hast keine Kontrolle:
Microsoft One Drive
Microsoft Teams
Microsoft 365
Google Drive
Google Cloud
Amazon AWS
Apple iCloud
Diese Cloud-Dienste sind Open Source Software. Du kannst sie bei unabhängigen Providern buchen oder sogar selber auf deinem eigenen Server aufsetzen:
NextCloud
Egroupware
Weisst du, was Open Source und Closed Source heisst? Sieh im Glossar nach!
Alles easy bei Cloud-Diensten?
Vorteile
Von fast überall her nutzbar
Einfach einzurichten
Einfache Zusammenarbeit und Austausch mit Anderen
Backups aller elektronischen Geräte wie Mobiltelefon oder PC einfach durchführbar
Nachteile
Abhängig von einem Netzwerk, in der Regel dem Internet: keine Verbindung = keine Daten
Schnelle Internetverbindiungen sind für viele Anwendungen in der Cloud Voraussetzung
Keine Kontrolle über die eigenen Daten, ausser du betreibst die Cloud-Lösung selber
Weshalb ist es "äusserst wichtig" zu wissen, wer die Kontrolle über meine Daten hat?
Wer die Kontrolle hat, kann ALLE Daten und Inhalte in "deiner" Cloud sehen, erfassen, analysieren, verwenden und weitergeben. Damit kann man
Mit deinen Texten und Ideen KI-Systeme trainieren
Deine Fotos automatisiert scannen und Menschen darauf zuordnen
Vertrauliche Daten auswerten
Besonders heikel für Firmen oder Behörden, die vertrauliche Dokumente in "die Cloud" auslagern.
Wofür sich böswillige Hacker anstrengen müssen, bekommen Google und Co. umsonst.
Nachhaltig? "Die Cloud" verbraucht Energie, und wie!
Der Energieverbrauch von Rechenzentren wird für 2025 von der Internationalen Energieagentur (IEA) auf 500 Terawattstunden (TWh) geschätzt. Andere Schätzungen sagen sogar 600 bis 1050 TWh voraus.
Was sind 500 TWh?
Zum Vergleich:
Berlin hatte 2024 einen Jahresstromverbrauch von 12.3 TWh
https://www.stromnetz.berlin/uber-uns/zahlen-daten-fakten/die ganze Schweiz 57.5 TWh,
https://www.bfe.admin.ch/bfe/de/home/versorgung/statistik-und-geodaten/energiestatistiken/gesamtenergiestatistik.htmlganz Deutschland 387.6 TWh
Politik, was hat das mit "Der Cloud" zu tun?
Mitte Mai 2025 konnte der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshof in den Haag sein Microsoft-Konto nicht mehr nutzen.
Grund: Der US-Amerikanische Präsident hatte das angeordnet. Ihm hatten die Ermittlungen des Gerichtshofs gegen Israels Ministerpräsident nicht gefallen.
Hätte der internationale Gerichtshof seine Mailserver auf eigenen Systemen gehabt, hätte das nicht passieren können.
Interessiert dich das Thema? Suchstichwort: "Digitale Souveränität"
Was kann ich tun?
Muss es die Google, Apple oder Microsoft-Cloud sein?
Mit NextCloud und Egroupware gibt es Cloud-Software, welche Open Source ist und mit welcher sich jede Firma - und auch jeder Privatmensch - eine eigene Cloud bauen kann. Das geht auf eigenen Servern oder auf Servern von Anbietern, welche auf diese Software setzen. Die Daten auf einer solchen Cloud sind und bleiben Privat. Sowohl NextCloud als auch Egroupware bieten geteilte Datenverwaltung, Kalender, Adressbuchfunktionen und vieles mehr auch für grosse Gruppen von Menschen an.
Aber ich hab doch keine Ahnung, wie man eine eigene Cloud aufsetzt
Kein Problem. Zum Glück gibt es fixfertige und günstige oder gar kostenlose Dienstleistungen von gemeinnützigen Organisationen.
Unsere Empfehlung:
Probiere eines dieser beiden Gratis-Angebote aus:
www.openeduserver.ch/: NextCloud-Workspace und Collabora Online-Bürosoftware.
www.framasoft.fr: NextCloud-Workspace (nur für Vereine), Etherpad, Ethercalc und mehr.
Probier es einfach mal aus!
Hilfsmittel für Lehrpersonen
Erstelle zum Fact-Sheet eine ganze Schullektion
Aufgabenblätter zum Fact-Sheet
Kostenlos. Registrierung nötig.






